Deadpool 2: Regisseur erklärt den überraschenden Tod dieser Figur

Regisseur David Leitch redet zwei Wochen nach dem Kinostart über seinem neuen Film Deadpool 2. In einem Interview rechtfertigt er den Tod einer wichtigen Figur.

Alle, die den Film bisher nicht gesehen haben und nicht gespoilert werden wollen, sollten an dieser Stelle besser mit dem Lesen aufhören. Gleich zu Beginn des Films sehen wir Wade und Vanessa ein gutes Leben führen und dass sie dabei sind, eine Familie zu gründen. Nachdem sich der vorherige Film damit befasst hat, dass die beiden zusammenfinden und glücklich werden, sind dies erfreuliche Szenen für den Zuschauer. Nur wenige Minuten danach wird Vanessa jedoch erschossen und der Charakter, um den Deadpool den gesamten ersten Teil hinweg gekämpft hat, ist von einem Moment auf den anderen tot.

Für die Fans eine überraschende Wendung, die jedoch eher auf das sogenannte Fridging hindeutet. In diesem Phänomen werden gerne weibliche Figuren getötet, um die Story und den Charakter des männlichen Protagonisten voranzutreiben und zu entwickeln. Der Begriff stammt von einer Green Lantern Story, in der der Hauptcharakter seine Freundin ermordet im Kühlschrank fand. Comic Autorin Gail Simone startete daraufhin 1999 die Website „Women in Refrigerators“. Sie erstellte dort eine Liste mit Fällen wie diesen.

David Leitch widersprach, dass dieser Plot Fridging sei und rechtfertigt den Tod Vanessas auf diese Art:

Es ist Deadpools Film und du musst ihm alles nehmen, um ihn zu vermenschlichen. Er kann einem auf die Nerven gehen und kann beleidigend sein und alle diese Dinge, aber du brauchst einen emotionalen Anker, der den Film erdet, sodass wir auf die Reise mit dieser Figur gehen und Deadpool erleben können.

Außerdem erklärt er, dass Vanessa nicht weg sei. In ihrem Tod hat sie noch immer Kontakt zu Wade:

Ganz ehrlich, [Vanessa] verlässt den Film nicht. Sie ist ein wichtiger Kontaktpunkt für [Deadpool] und dafür, dass er seine Lektion in dieser Welt lernt, dass ein Akt des Mitgefühls die Geschichte ändern kann. Und ich denke, ohne sie als Vehikel, durch das er dies lernt, wäre es nicht derselbe Film gewesen und so hätten wir nicht den emotionalen Kontext. Selbst in der Szene am Ende, wo sie sich in der Nachwelt treffen, gibt es unglaublich emotionale, tolle Darbietungen von den beiden. Wirklich, ich glaube nicht, dass sie den Film verlassen hat.

Vanessa ist der Grund dafür, dass Wade sich um den Mutant Russell kümmern will, was die Grundstory des Films ist. Dennoch definiert Leitch mit seiner ersten Aussage das Fridging. Auch die Tatsache, dass sich Vanessa während Deadpool 2 nicht weiter entwickelt, spricht für dieses Phänomen. Man hätte von dem Film doch mehr erwartet, nachdem der erste Teil eine frische Brise ins Kino gebracht hat.